Spiel-Werkstatt

Grundidee

Mit Hilfe der zabulo Spiel-Werkstatt können Sie Würfel-, Karten- und andere Regelspiele aus Papier erstellen und anschließend ausdrucken oder speichern.

Spielend richtig schreiben lernen

Beispielhaft sehen Sie hier, wie das Layout „Kugelfußball“ umgesetzt und gespielt werden könnte (erklärt in einfacher Sprache für Kinder). Die Erklärvideos zu den einzelnen Spielen zeigen stets Grundregeln. Diese können nach Belieben variiert und erweitert werden: Lassen Sie den kreativen Ideen Ihrer Schüler freien Lauf!

Bei unseren Spielen gibt es viele Sieger: Gestalten Sie die Spielregeln so, dass jeder gewinnen kann!

Es gibt bei jedem Spiel immer viele Sieger:

  • Würfelsieger: Wer als erster im Ziel ist bzw. als erster alle Spielzüge geschafft hat
  • Wörtersieger: Wer die meisten Wörter aufschreiben durfte
  • Schönschreibsieger: Wer am schönsten geschrieben hat
  • Richtigschreibsieger: Wer alle Wörter richtig geschrieben hat und keines verbessern musste
  • Korrigiersieger: Wer beim Korrigieren seiner Spielpartner die meisten Fehler gefunden hat

Lassen Sie die Kinder ruhig kreativ werden und noch mehr Sieger finden!

Manchmal gewinnt man durch Glück, manchmal durch Können, manchmal durch motorisches Geschick, … Auch so kann jeder einmal Sieger sein! Nicht nur immer die Besten.

Während beim Spiel Kugelfußball motorische Geschicklichkeit wichtig ist, entscheiden z.B. bei Wörter versenken Merkfähigkeit und Glück. Hier werden die ausgewählten Wörter z.B. zu einem neuen Buchstaben, einer Rechtschreibbesonderheit, eines Wortfeldes etc. ganz intensiv memoriert:

Ich darf ein Wort schreiben, nicht: Ich muss ein Wort schreiben!

Da in der Regel u.a. Sieger ist, wer die meisten Wörter aufschreiben und sammeln konnte, freuen sich die Schüler, wenn sie Wörter schreiben dürfen, denn nur so kann man Wörtersieger werden! Für das Üben beim Rechtschreiben ist das eine ganz neue Erfahrung: Schreibmüde SchülerInnen sind plötzlich motiviert ohne Ende Wörter zu schreiben. Es macht richtig Spaß!

Spiel-Layouts

Spielzubehör: Alltagsmaterialien

Sie benötigen keine besonderen Dinge zum Spielen, sondern nur Sachen, die Sie wahrscheinlich sowieso schon vorrätig haben:

Kopierpapierkartons, verschiedene Würfel, Spielfiguren, …
Springfrösche (erhältlich im Spielwarenladen) oder Flohchips, Sanduhren zum Beenden des Spiels, Lupenzaubersteine, Stift, Block 🙂 oder Wortsammelblätter ausdrucken

Individuelle Passung über Aktionsfelder

Viele Spiele haben zusätzlich noch Felder mit einem Ausrufezeichen („!“) integriert. Hier können Sie Aktionskarten Ihrer Wahl hinzufügen, und so bestimmte Lerninhalte nochmal vertiefen – oder auch Bewegungselemente etc. einfügen.

Dabei sind folgende Aktionskarten – außerdem natürlich Blankovorlagen für Aktionskarten:

Hintergrund zur Spiel-Werkstatt

Flow und Motivation: Das Spiel als positive Erfahrung

Spiel ist eine für Kinder und Jugendliche motivierende Lernform. Es macht einfach Spaß, zu spielen. In zabulo werden dazu v.a. allgemein bekannte Spielformen verwendet, die man aus dem Alltag kennt. Das weckt positive Assoziationen. Außerdem sind meist die Regeln sowieso bekannt (z.B. wird „Glückspilz“ nach den Regeln von „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt) und müssen im pädagogisch-therapeutischen Setting nur nochmal kurz wiederholt und adaptiert werden. 

Erfolg möglich machen: Jedes Kind ein Sieger

Ziel des Einsatzes der Spiele ist es, dass alle Mitspieler am Ende Gewinner sind. Daher sind bei vielen Spielen z.B. nicht nur Rechtschreibfähigkeiten spielentscheidend, sondern auch motorische Geschicklichkeit oder einfach Glück. Das hat zur Folge, dass auch schwache Rechtschreiber gewinnen können! Pädagogisches Ziel sollte sein, möglichst vielfältige Gewinner zu definieren und Erfolg möglich zu machen. Einige Beispiele, wählbar und beliebig erweiterbar je nach Spiel:

  • Würfel-Sieger: Der klassische Spielgewinn: Wer per Würfeln als erster im Ziel ist, hat gewonnen, sprich ist „Würfel-Sieger“. Es kann einen ersten, zweiten und dritten „Würfel-Sieger“ geben. 
  • Wörter-Sieger: Wenn die Spiele als Schreib- oder Sammelanlass genutzt werden, gibt es auch einen „Wörter-Sieger“: Das Kind, das die meisten Wörter geschrieben/benannt hat und bei sich gesammelt hat (aufgeschrieben, Karten gesammelt etc.), ist „Wörter-Sieger“.
  • Richtigschreib-Sieger: Das Kind, das die meisten Wörter richtig aufgeschrieben hat (ohne durchstreichen, Fremdkorrektur) etc.
  • Schönschreib-Sieger: Das Kind, das am ordentlichsten geschrieben hat.
  • ah-, er-, … -Sieger: Das Kind, das die meisten Wörter mit ah, er etc. gesammelt hat.
  • Erklär-Sieger: Das Kind, das die meisten Wörter gut erklären konnte.
  • Rate-Sieger: Das Kind, das die meisten Wörter erraten hat.

Oft finden gerade die Kinder selbst schöne Sieger-Ideen. Sie zu ermuntern, eigene Sieger zu küren und eigene Spielideen in ihrer Gruppe zu vereinbaren fördert soziale und sprachlich-kommunikative Kompetenzen. Und führt zu oft ungeahnter Kreativität!

Wörter schreiben dürfen, nicht müssen

Auf Schreib-Arbeitsblättern muss man oft schreiben. Durch das Reframing des Schreibens im Spiel – man kann ja „Wörter-Sieger“ werden, wenn man die meisten Wörter aufgeschrieben hat, erhält Schreiben einen neuen Sinn: Nun hört man von den Kindern oft „ich darf das Wort schreiben“ statt „ich muss das Wort schreiben“. Auch Aktionsfelder wie „Du darfst das Wort noch 3 mal aufschreiben“ sind plötzlich motivierend. Lernen und Auseinandersetzung mit Schrift wird dadurch positiv besetzt:

  • Wörter schreiben „müssen“ → „dürfen“
  • Erfolg: Rechtschreibleistung, Geschick, Glück, …
  • Verschiedene Sinneserfahrungen
  • Viele Gewinner

Kooperatives Lernen statt Verinseln vor Arbeitsblättern

Lernen im Spiel ist Lernen mit anderen. Während das Ausfüllen von Arbeitsblättern isoliert, erfordert es die Lernform „Spiel“ sich sozial-kommunikativ mit einem Partner auseinander zu setzen. In kooperativen Gruppen heißt das aber auch: Peer-group-Lernen und gegenseitige Unterstützung. Das Nachfragen und gegenseitige Helfen gewinnt an Bedeutung. 

Differenzierungsmöglichkeiten für heterogene Lerngruppen

Die Spiele bieten vielfältige Differenzierungsmöglichkeiten, gerade für heterogene Lerngruppen:

  • Verwendung unterschiedlicher Würfel: Je höher die Augenzahl, desto kürzer dauert das Spiel.
  • Spielende und Spieldauer: Gesetzt durch das natürliche Spielende oder durch eine Sanduhr
  • Gruppenzusammensetzung: Durch die Gruppenzusammensetzung lässt sich auf Lernprozesse Einfluss nehmen (leistungshomogen oder -heterogen, nach sozialen Kriterien, Übungsschwerpunkten etc.)
  • Passung über Aktionsfelder: Die meisten Spiele enthalten außerdem sogenannte „Aktionsfelder“ (Felder mit einem Ausrufezeichen: !). In den Zusatzmaterialien können vorgefertigte Aktionskarten, aber auch Blankokarten ausgedruckt werden. Mit Hilfe der Aktionskarten und v.a. auch eigener, nach den Bedürfnissen der Klasse selbst gestalteten Kartensätzen können die Spiele nochmal an die Bedürfnisse der jeweiligen Lerngruppe angepasst werden.
  • „Bild“ vs. „Wort“: Die Layoutvariante „Bild“ erfordert meist höheres aktives Wissen als die Layout-Variante „Wort“
  • Mit oder ohne Ablenker: Werden z.B. „Wörter mit ah“ (z.B. „Bahn“) geübt, können nur Wörter mit dieser Schreibweise verwendet werden oder eben auch die Schreibweisen „a“ (z.B. „Nase“) bzw. „aa“ (z.B. „Haar“)

Mit den Materialien lässt sich eine Rechtschreib-Lerntheke oder ein Rechtschreibregal gestalten, wie es die Kollegin hier zeigt:

Gestaltung eines Rechtschreibregals – Ein Kameraschwenk über die Materialien im Einsatz (Idee nach Anna Büchner)

Inspirieren lassen kann man sich dabei von den Grundgedanken des Miomind-Konzepts, das >1000 freie Spiele für einen kompetenzorientierten Rechtschreibunterricht anbietet. Das Projekt ist hier beschrieben.

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